Die 7-Schritte-FMEA-Methodik - Was ist die FMEA?

posted am: 25 Februar 2020

Die FMEA (Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse) ist eine analytische Methodik der Zuverlässigkeitstechnik. Hierbei werden mögliche Fehler am Produkt nach ihrer Bedeutung, ihrer Auftretenswahrscheinlichkeit und der Entdeckungswahrscheinlichkeit mit einer definierten Kennzahl bewertet. In Verbindung mit dem Qualitätsmanagement wird die FMEA vor allem zur Fehlervermeidung und zur Erhöhung der technischen Zuverlässigkeit zumeist vorbeugend eingesetzt. Die FMEA wird in erster Linie in der Design- und Entwicklungsphase neuer Prozesse oder Produkte angewandt. Besonders weit verbreitet ist die Methode in der Automobilindustrie und der Luft- und Raumfahrt. Auch in vielen anderen Industriezweigen ist eine durchgeführte FMEA oftmals notwendig.


Die 7-Schritte-FMEA-Methodik: Schritt für Schritt

Der erste Schritt der FMEA ist die Planung bzw. die Vorbereitung des Betrachtungsumfanges. Dieser Schritt verhilft zu Transparenz bei der Analyse und einem effizienten Prozess durch die eindeutige Abgrenzung der zu analysierenden Umfänge. Dies bedeutet die Eingrenzung des Analyseumfangs und die Festlegung, was berücksichtigt bzw. auch nicht berücksichtigt werden soll. In zweiten Schritt erfolgt die Strukturanalyse. Alle beteiligten Fokuselemente werden hierbei erfasst. Es wird zudem die Systemstruktur definiert und gleichzeitig erfolgt die Visualisierung des Betrachtungsumfangs der jeweiligen Analyse. Es werden Schnittstellen und Interaktionen definiert.

Der dritte Schritt der FMEA ist die Funktionsanalyse. Hierbei werden die Funktionen, welche durch Spezifikationen und Anforderungen beschrieben werden, einem Systemelement zugeordnet. Es erfolgt eine Zuweisung von Funktionen zu den Systemelementen. Der Bearbeiter bekommt hierbei einen Überblick über die Funktionalität des Prozesses oder des Produkts. Ebenso wird eine Zuweisung von Anforderungen bzw. Merkmalen zu den einzelnen Funktionen vollzogen.

Der vierte Schritt ist die Fehleranalyse, die dazu dient, Ursachen und Auswirkungen sowie deren Zusammenhänge zu identifizieren. Es erfolgt eine Identifizierung der potentiellen Fehler in Bezug auf die Funktion des Systemelementes. Es wird in diesem Schritt eine Fehlerkette erstellt. Die Visualisierung der Fehlerbeziehung erfolgt über Fehlernetze.

Der fünfte Schritt der 7-Schritte-FMEA-Methodik ist die Risiko- bzw. Maßnahmenanalyse. Hier erfolgt die Bewertung für die Bedeutung, das Auftreten und die Entdeckung für jede ermittelte Fehlerkette. Es wird eine Zuweisung von Entdeckungs- und Vermeidungsmaßnahmen definiert und die Aufgabenprioritäten bewertet.

Im sechsten Schritt erfolgt die Optimierung des Soll-Zustandes. Es werden Verbesserungsmaßnahmen definiert und identifiziert und Verantwortlichkeiten und Termine zugeordnet. Ebenso wird eine Durchführung und Dokumentation der Maßnahmen festgeschrieben. Auch das Risiko wird neu bewertet.

Im letzten Schritt der 7-Schritte-FMEA-Methodik erfolgt die Risiko- und
Ergebnisdokumentation. Hierbei wird Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen angefertigt, was der Risikoreduzierung, Wirksamkeit und der Bewertung der eingeführten Maßnahmen dient. Die Ergebnisse werden präsentiert und übersichtlich dargestellt. Ebenso erfolgt ein Hinweis auf die technischen Fehlerrisiken als wichtiger Bestandteil der Projektmeilensteine und des Entwicklungsplans.

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